Geschichte

 Nach einem Bericht eines Nachkommen des Landgrafen von Alcanar

      

Das beeindruckende Gebäude ist durch seine Geschichte unter dem Namen "Villa Carmen" oder "El Pla" seit mehreren Jahrzehnten bekannt in der Umgebung von Alcanar.


Durch die harmonische und schlichte Architektur mit dem quadratischen Grundriss fügt sich die Villa in den prächtigen Park mit dem alten Baumbestand wunderbar ein. Es wird erzählt, dass alle Ländereien, die von der Kuppel des zweistöckigen Hauses aus zu sehen sind, einst im Besitz des Landgrafen waren.

Don Francisco de Ayguavives de León und seine Frau Carmen Cuatrecasas Ginebra ließen das Gebäude errichten, das am 16. Oktober 1910 eingeweiht wurde. Das Ehepaar bewohnte das Haus mit seinen 12 Kindern.

 

Die Familie stammt vermutlich aus Frankreich und kann in den Akten der Gemeinde Vinarós (Castellón) bis in das 16. Jhd. zurückverfolgt werden. Ein Teil der Familie ließ sich im 18. Jhd. In Alcanar nieder und brachte zahlreiche einflussreiche Söhne hervor, darunter hohe Geistliche, Politiker, Militärs, sowie bekannte Rechtsanwälte und Architekten. Einer dieser Nachkommen war Don Francisco de Ayguavives de León, ein über die Grenzen der Povinz hinaus angesehener Mann aus adligem Geschlecht.

   
 

         Don Francisco de Ayguavives de León (1879-1935)

Don Francisco kam als Patensohn von Alfonso XII. 1879 in Madrid zur Welt. Später trat er seinen Dienst unter Alfonso XIII. an. Er war der rechtmäßige Erbe des Titels Marqués de Zambrano und einer der Initiatoren für den Bau der damals bedeutenden Ebro-Brücke in Tortosa.

 

Sein guter Name reichte bis nach Barcelona, denn er war der Sohn von Don Juan de Ayguavives de Vasallo, der unter den beiden Königen Alfonso XII. und Alfonso XIII. als Abgesandter des Hofes mit königlicher Auszeichnung diente. Außerdem war er Vizconde (Vizegraf) de la Encarnada und Professor an der Hochschule zu Granada.

Seine Mutter Doña Isabel de León y de Ibarolla, die Tochter des großen Generals Don Diego de León y Navarrete, war Hofdame von Maria Luisa, Vizconde (Vizegäfin) von Villa-Robledo und Vizekönigin von Navarra. Sie war eine der einflußreichsten Persönlichkeiten am spanischen Hof.

 

   Doña Carmen Cuatrecasas Ginebra (1874-1938)

Doña Carmen, kam in Barcelona 1874 als Tochter von Antonio Cuatrecasas Pecamins und Matilde Ginebra Pou zur Welt, die ihren Wohlstand den Zuckerrohrplantagen auf den Antillen verdankten. Aus diesen Ländereien stammen die schlanken und unvergänglichen Balken aus Douglasienholz, die das Grundgerüst der Villa Carmen bilden.

 

Doña Carmen ist die Namensgeberin der prächtigen Villa.

Villa Carmen war immer ein mit Leben gefülltes Gebäude und ein stiller Zeuge "guter und schlechter Zeiten", sowohl der Blüte, als auch des Niedergangs. Es ist ein Herrschaftshaus, das historischen Schicksalsschlägen durch die dicken Mauern trotzte und das Leben in ihm schützte, als ob es sich das Lebensmotto der Familie Ayguavives zu eigen gemacht hätte:

"Der Tod, den man am wenigsten fürchtet, stärkt das Leben."

Dank Agnes und Haakon Brenner erstrahlt "Villa Carmen" von Neuem. Und wenn auch noch einige "Narben der Zeit" zu Tage treten: Wir sind davon überzeugt, dass auch diese über kurz oder lang verschwinden werden. Wir alle, und vor allem diejenigen unter uns, die unvergessliche Erinnerungen unserer Kindheit und Jugend mit diesem Haus verbinden, werden dafür für immer sehr dankbar sein.

Ein glückliches Millenium – Villa Carmen!

Ignacio Spá de Ayguavives

María del Carmen Puig de Ayguavives

Juan Jesús Puig de Ayguavives